Österreich
26.07.2020

§ Rallye-Dakar-Sieger Walkner und Top-Unternehmer Fuchsberger machen gegen 380kV-Freileitungsbau mobil § Profi-Sportler und Fairkabeln-Gründer sehen Vergehen an Mensch, Natur und Vernunft

„Ganz Österreich hat Strom-Thema“

Krone“-Wanderung inmitten des Salzburger Tennengaus 600 Höhenmeter rauf auf den Schwarzen Berg. Der Blick in den Süden vom Dachstein bis nach Norden hin zur Stadt Salzburg besticht. Man begegnet in den Fichten- und Tannenwäldern Rehen, die Insektenvielfalt lässt Amsel und Spatz jubilieren. Doch dem Natur-Idyll, der Sage nach ein Vulkan, droht Ungemach. Geht es nach der Betreibergesellschaft Austrian Power Grid (APG), so muss auch am Fuße des Bergs eine Strom-Autobahn entstehen. Ein kleiner Abschnitt der mächtigen 380kV-Trasse, die vom Norden Salzburgs bis in den Pinzgau reicht.
Das Vorhaben, das die rot-weiß-rote Energiewende herbeiführen soll, für das anfänglich „nur“ 180 Hektar Wald gerodet werden sollten und nun bereits 800 verschlingen würde, ruft längst mehr als nur die klassischen Umweltschützer auf den Plan. „Mit dem Strom-Thema hat ganz Österreich zu kämpfen“, erklärt Tricentis-Gründer Franz Fuchsberger (siehe auch Interview links).
Der frühere Top-Unternehmer und nunmehrige Start-up-Investor gründete Fairkabeln. Einen Verein, der federführend gegen die von Verbund und Politik vorgeschobene Energiewende wettert, auch schon in Kärnten und Oberösterreich Unterstützung kriegt.

Das Motorrad-Ass setzt sich für die Umwelt ein
Einen Fürsprecher hat Fuchsberger zudem mit Matthias Walkner. Auf dem Schwarzen Berg schwitzt das Motorrad-Ass regelmäßig, wenn sich der KTM-Pilot für die Rallye Dakar vorbereitet, die er 2018 sensationell als erster Österreicher gewinnen konnte. Walkner ließ sich aber nicht von Fuchsberger verführen. Ein elektrisches Erlebnis prägte den 33-Jährigen. „Bei Tests in Saudi-Arabien bin ich häufig unter Strommasten hindurchgefahren. Ich habe elektrische Schläge bekommen, das war der Wahnsinn!“ Walkner vertiefte sich in die Elektrosmog-Materie, vertritt klare Ansichten und die Errichtung des Erdkabels anstelle der Freileitung.

„Wie eine Prothese mit Technik vor 20 Jahren“
„Es geht hier um die Umwelt, die Menschen. Baue ich heute eine 380kV-Freileitung, die bis zu 400 Meter strahlt, so die Gesundheit gefährdet, ist das, als würde ich im Krankenhaus eine Prothese vom technischen Stand vom Jahr 2000 bekommen. Völlig unlogisch! Das Erdkabel ist die schonendere Methode, technisch umsetzbar, und ganz abgesehen davon bleibt mit ihr das wunderschöne Landschaftsbild erhalten.“ Valentin Snobe